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Si può fare (Wir schaffen das schon) ist Gewinner von cinema! italia!

Sieger des diesjährigen italienischen Filmfests cinema! italia! ist der Film Si può fare (Wir schaffen das schon) (siehe hier).
Ich hatte ja schon vermutet, dass er das Filmfest gewinnen würde. Der Gewinner wird übrigens durch die Stimmen des Publikums gewählt. Am Ende jeder Vorführung liegen Stimmzettel aus, mit den man den gerade gesehenen Film bewerten kann.

Der Gewinner von cinema! italia! soll im jeweils folgenden Jahr als übersetzte Version in die deutschen Kinos kommen. Ich bin mal gespannt, ob der Film den Geschmack des Publikums trifft. Mein Eindruck ist ja, dass die meisten Filmfest-Sieger der letzten Jahre allenfalls mäßigen Erfolg an den deutschen Kinokassen hatten.
Si può fare ist allerdings ein außergewöhnlicher Film in vielerlei Hinsicht, so dass ich mir durchaus vorstellen könnte, dass er mit einigem Erfolg in die Kinos kommt.


cinema! Italia! – Ex

Ex ist eine sehr unterhaltsame Episoden-Komödie, die sich mit anderen in den letzten Jahren erfolgreichen Komödien wie z.B. Manuale d’amore vergleichen lässt.

Allerdings wesentlich witziger, mit unerwartet frechem Humor, wie zum Beispiel in der Szene, in der die Tochter ihren Rabenvater um ein Kondom bittet, dieser ablehnt, sie daraufhin die Geduld verliert “Dann machen wir es halt ohne” und er darauf doch ein Kondom zückt.

Paolo ist mit Monique zusammen, wird aber von deren eifersüchtigen Ex-Lover David bedroht, der nicht bereit ist, sie aufzugeben. Filippo und Caterina sind gerade dabei, sich scheiden zu lassen und kämpfen erbittert um das Sorgerecht für ihre Kinder. Auch die Scheidung von Luca und Loredana erinnert quasi an einen Rosenkrieg: Luca zieht demonstrativ in die Studentenbude seines Sohnes ein und beginnt mit 50, sich richtig auszutoben. Der früh geschiedene Sergio, der jahrelang ein zügelloses Single-Leben geführt hat, wird nach dem plötzlichen Tod seiner Ex-Frau auf einmal mit der Vaterrolle und zwei wild pubertierenden Töchtern konfrontiert. Elisa stellt fest, dass der Pfarrer, der ihre Hochzeit mit Corrado zelebrieren wird, ausgerechnet dessen heimlich schwuler Ex ist. Giulia und Marc leben zusammen in Paris, aber eine unerwartete Versetzung nach Neuseeland gefährdet das verliebte Paar. Werden auch sie bald nur „Ex“ füreinander sein?
Quelle: www.cinema-italia.net


cinema! italia! – Il papà di Giovanna (Giovannas Vater)

Der Kunstlehrer Michele Casali führt im Bologna der 30er Jahre ein unauffälliges Leben mit seiner Frau und seiner 18jährigen schüchternen Tochter Giovanna, die er über alles liebt. Dann ereignet sich eine schockierende Tat – in der Turnhalle der Schule wird Giovannas beste Freundin ermordet aufgefunden. Im Zuge der Polizeiermittlungen stellt sich bald heraus: Täterin ist niemand anders als Giovanna, die ihre Freundin in einem Akt plötzlicher Eifersucht umgebracht hat.
www.cinema-italia.net

Insgesamt ein ganz guter Film vor dem Hintergrund des Faschismus und der Befreiung Ende des Zweiten Weltkriegs, mit einer herausragenden schauspielerischen Leistung des Protagonisten Silvio Orlandos. Nicht unbedingt mein Favorit für den Gewinner des italienischen Filmfest cinema! italia!, aber interessante Handlung und wie gesagt ein großartiger Silvio Orlando.


cinema! italia!: La ragazza del lago (Das Mädchen vom See)

Ein ungewöhnlicher Krimi, in dem es um die Ermordung eines Mädchens aus einem kleinen Dorf geht.
Anfänglich narrt der Film den Zuschauer, in dem er zeigt, wie ein kleines Mädchen in das Auto eines scheinbar Fremden steigt. Doch dann ist es nicht das kleine Kind, das stirbt, sondern sie findet gemeinsam mit dem Autofahrer eine Ertränkte am Ufer eines Sees.

Fast als würde sie schlafen am Ufer liegend, keine Spuren von Gewalteinwirkung.
Der aus Neapel stammende Kommissar muss sich erst in die kleine Dorf-Welt einfinden, bis er eine Erklärung für ihren Tod findet.

Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Kinder durch den Film. Das junge Mädchen anfangs des Films, das vermisst wird; das Mädchen am See; der kleine Junge um den sich dieses Mädchen gekümmert hat und der gestorben ist; eine akzeptierte und eine ungeliebte Tochter; der geistig behinderte Sohn, dessen Vater ihn hasst; die Tochter des Kommissars die sich den fürsorglichen Fragen des Vaters entzieht. Neben der Krimihandlung geht es um Eltern und ihre Kinder, wie sie zueinanderstehen und welche Gräben es zwischen ihnen geben kann.

Ein leiser, einfühlsamer Film mit einer fast unerträglichen Auflösung des Mords und einem kleinen Hoffnungsschimmer für das Vater-Tochter-Verhältnis des Kommissars.


cinema! italia – Si può fare (Wir schaffen das schon)

Mailand in den bewegten 1980er Jahren: Der aufmüpfige Gewerkschaftler Nello wird von der Leitung seiner Organisation zu einer Spezialaufgabe verdonnert: er soll sich um eine Gruppe von Ex-Psychiatrie-Patienten kümmern, die nach der Auflösung aller psychiatrischen Anstalten in Italien (das berühmte „Gesetz 180“) eine Kooperative gegründet haben. Dennoch stehen sie unter der Fuchtel eines Arztes, der sie mit Medikamenten ruhigstellt und sie stumpfsinnig Briefe frankieren lässt.
Quelle: www.cinema-italia.net

Ich war skeptisch, was diesen Film betrifft. Ich dachte es würde sich um eine italienische Klamotte im Stil der 70er handeln.
Meilenweit daneben!

Der Film karikiert anfangs ironisch die ideologischen Gräben der italienischen Linken und was einem passiert, wenn man nicht ins Weltbild einer konformistisch denkenden Linken paßt. Mann landet im Irrenhaus bzw. in dem was nach der Psychatrie für die Patienten folgt. Ob das eine Anspielung auf schlimmere Zeiten der Stalinzeit ist, wird nicht klar. Denn ab der Ankunft des Protagonisten Nellos in der Kooperative wird seine zupackende, pragmatische, herzliche Denkweise in den Vordergrund gestellt.

Si può fare – Wir schaffen das schon. Eine Art italienisches “Yes we can”, mit dem Nello aus Hilfsempfängern eigenständige, produktive Menschen macht, die trotz ihrer geistigen Defekte Schritte in ein eigenes, selbständiges Leben machen.

Der Film ist eine wunderschöne Erklärung an das Leben, an die Verrücktheit jedes einzelnen und an die eigene Schaffenskraft.
Selbst in der schlimmsten Szene des Films, in der sich einer der Zöglinge Nellos aus Liebeskummer das Leben nimmt, bekommt der Film die Kurve, bringt Regiesseur Giulio Manfredonia die Dinge auf positive Weise auf den Punkt.

Am Ende des Films gab es lautstarken Applaus und das, obwohl weder der Regiesseur noch ein Schauspieler zugegen waren. Einfach weil der Film so berührend und inspirierend ist.
Ich denke, dass “Si può fare” das italienische Filmfest “cinema! italia” gewinnen wird. Verdient hat er es.


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