Sixtinische Kapelle

[Porträt Galleria delle Carte Geografiche]

Wer in die Sixtinische Kapelle (cappella sistina) möchte, sollte Zeit mitbringen, denn der Besucher-Andrang scheint nirgendwo so groß wie hier. Um nicht vor ein langen Warteschlange oder gar verschlossenen Türen zu stehen, sollte man unbedingt auf die Öffnungszeiten achten und möglichst früh Morgens in die Vatikanischen Museen gehen.
Der Besuch ist nur über Vatikanische Museen zugänglich. Allein für die Museen und deren Besichtigung kann man getrost ein paar Stunden einplanen. Insgesamt ist es realistisch ca. vier Stunden für den gesamten Besuch einzuplanen.

Nach einer Besichtigungstour durch das etruskische, das ägyptische und ein paar andere Museen, kommt man schliesslich in einen langen Gang. Es handelt sich dabei um die Galleria delle Carte Geografiche. Die Decke strahlt nur so vor Gold und an den linken und rechten Wänden sieht man Fresken alter Landkarten Italiens. Sie wurden von 1580 bis 1583 von Antonio Danti gemalt.
Die Landkarten gehören zu den ersten, in denen der Norden oben abgebildet ist. Als Besucher geht man wortwörtlich von Süden nach Norden durch den Gang. Auf der linken Seite sieht man Abbildungen der Westküste Italiens und auf der Rechten Abbildungen der adriatischen Küste. Schaut man sich die Karten genau an, so erkennt man auch Darstellungen geschichtlicher Ereignisse, die sich an den verschiedenen, abgebildeten Orten zugetragen haben.
Auch die goldene Decke ist in diese übergrosse Landkarte einbezogen, dort sieht man in Gemälden Episoden aus der Heiligen- und Kirchengeschichte, die sich an verschiedenen Orten zugetragen haben.

In der Sixtinischen Kapelle angekommen, ist man zunächst ein wenig irritiert.
Man kommt in einen großen Raum mit jeder Menge Menschen, alle schauen nach oben, allgemeines Gemurmel und das Licht ist im Vergleich zum vorher langgezogenen Gang mit goldfarbener Decke sehr dunkel.
Ich zumindest brauchte bei meinem ersten Besuch einen Moment, bis ich verstand, dass ich in der Sixtinischen Kapelle angekommen war und die Menschen mit ihren Blicken nach oben das Werk Michelangelos bewunderten.

Bildquelle: Wikipedia
[Freske Michelangelos Die Erschaffung Adams]

Die Sixtinische Kapelle wurde von 1475 bis 1483 unter Papst Sixtus IV. della Rovere erbaut. Ihr Architekt war Baccio Pontelli, Baumeister war Giovannino de’ Dolci. Am 9. August 1483 wurde sie mit einer Messe eingeweiht.
An den Wänden sind Malereien von vielen Meistern ihrer Zeit zu bewundern. Hauptanziehungspunkt sind aber die Deckengemälde Michelangelos, die er von 1508 n. Chr. bis 1512 n. Chr. gemalt hat. In den Fresken werden mehrere Episoden der Schöpfungsgeschichte dargestellt. Die Sixtinische Kapelle wurde vor einigen Jahren renoviert, so dass Michelangeolos Malereien wieder in ihrer vollen Farbpracht zu bewundern sind.

Wärend man langsam in die Sixtinische Kapelle geht und sich einen Platz sucht, um ungestört nach oben schauen zu können, bemerkt man, wie einer der Museumswächter “Schhhhhhhhhh, silencio, silence.” ruft. Daraufhin ebbt das Gemurmel langsam ab, bis es für einen kurzen Moment völlig ruhig ist. Doch dann wächst das allgemeine Gemurmel wieder an, bis es irgendwann wieder so laut ist, das ein Wächter “Silencio.” ruft. Unterbrochen wird diese Spiel von den Ermahnungen der Museumswächter keine Fotos zu machen.
In letzter Zeit ist der Vatikan allerdings dazu übergegangen, Hinweise für die Besucher über automatische Ansagen zu machen. Man hört dann in mehreren Sprachen, dass man ruhig sein soll, wobei die Lautstärke der Ansagen die Besucher eher noch lauter macht.
Auch die Athmosphäre der Sixtinischen Kapelle nimmt bei dieser automatisch-akustischen Anweisung Schaden.

Um nicht vor ein langen Warteschlange oder verschlossenen Türen zu stehen, sollte man unbedingt auf die Öffnungszeiten achten und möglichst früh Morgens in die Vatikanischen Museen gehen. So hat man auch die Möglichkeit Eindrücke eines langsam erwachenden Roms zu sammeln.
Wer aber um seinen Besuch der Vatikanischen Museen drumherum planen möchte, der sollte sich Tickets in der Online-Biglietteria des Vatikans bestellen.
Aktuelle Öffnungszeiten, inklusive Tagen an denen der Eintritt frei ist, findet man unter mv.vatican.va. Wobei unterschieden werden muss zwischen Öffnungs- und Einlasszeiten, meist schliessen die Museen ein bis zwei Stunden vorher schon den Einlass.

Bookmarks zur Sixtinischen Kapelle findest Du bei del.icio.us


Kommentare

  • Christina Wanninger, 17. April 2013, 11:56 Uhr, #1

    Ich werde mit meiner Tochter zum 1.x endlich nach Rom fliegen und bin schon ganz wibbelig.Für Tipps und Anregungen bin ich sehr Dankbar

  • Berna, 13. Mai 2013, 19:29 Uhr, #2

    Ich bin heute gerade von meiner ersten (1wöchigen) Romreise heimgekommen und schreibe jetzt an einer Seminararbeit über den Campo Santo Teutonico, dessen Kirche ja vom gleichen Baumeister erbaut wurde wie die Cappella Sistina (so kam ich auch auf diese Seite). Mir ging es genauso: Ich brauchte einige Zeit, bis ich die berühmten Malereien an der Decke entdeckt habe. Mindestens so fasziniert haben mich aber die gemalten Vorhänge an den Wänden, die das Licht durch Goldeinsatz teilweise wirklich so reflektieren, wie ein gewölbter Stoff das würde. Zum Angreifen echt!
    Danke für die ausführliche Schilderung, die sich mit meiner Erinnerung des Geschehens ziemlich deckt bzw. die Erinnerung neu wachruft. :)


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