Biographie

[Porträt Jovanotti Lorenzo Cherubini]Jovanotti wurde am 26.9.1966 als Lorenzo Cherubini in Rom geboren.
Er sammelte seine ersten musikalischen Erfahrungen schon als Teenager, arbeite als DJ in Clubs und Moderator bei römischen Radiostationen.

1987 fing er bei dem landesweiten Radiosender Radio Deejay in Mailand zu arbeiten an.
In diese Zeit fielen auch seine ersten beiden Lieder “Gimme Five” und “Go Jovanotti go“. Beide noch in englischer Spache, eine massentaugliche Mischung aus Hip Hop und Pop.
Hört man sich die Lieder heute an, fühlt man sich an Spaß-Hits der Fantastischen Vier wie “Die da” oder “Saft” erinnert. Wobei Jovanottis Lieder ein paar Jahre davor liegen.

Mit dem Erfolg seiner Lieder und Sendungen bei Radio Deejay wurde Hip Hop in Italien bei der breiten Masse populär. 1989 erschein sein bereits drittes Album “La mia motto” und die gleichnamige Single avancierte zum Verkaufsschlager.

Ein Jahr später war Jovanotti bereits ein landesweiter Star und moderierte als VJ (Video Jockey) bei MTV Italia. Rückblickend bezeichnet Jovanotti diese Zeit als “langweilig”, da man als VJ die Titel nicht aussuchen kann, sondern nur ansagt. Mit 25 Jahren habe man als VJ das Sterbealter erreicht.

Auch wenn sich seine ersten Platten mit einem Abstand von fast 20 Jahren ziemlich kommerziell anhören, ließ er sich schon damals nicht als reiner Hip Hop Musiker festlegen. Oftmals enthielten seine Lieder auch Elemente aus landestypischen Rythmen, die er mit typischen Hip Hop Sounds vermischte.

1991 veröffentlichte er sein erstes von mittlerweile drei Büchern “Yo, brothers and sisters”.

1995 kommt das Album “Lorenzo Raccolta” heraus, das einen Rückblick auf seine ersten sechs Platten darstellt und nur zwei neue Songs (“L’Ombelico del mondo” und “Marco Polo“) enthält. War sein Musikstil bis dahin stark vom Hip Hop geprägt, konnte man in den beiden neuen Liedern hören, dass seine weltweiten Tourneen und Reisen, ihm neue musikalische Impulse brachten, die er in seinen Liedern verarbeitete. Auch optisch spiegelte sich seine Wandlung wider. War er bisher kurzhaarig und nicht selten in “Hip Hop Kluft” mit Basecap durch die Gegend gelaufen, sah man ihn im Video von “L’Ombelico del Mondo” mit langen Haaren und Vollbart.

1997 stellte er diese Wandlung mit seinem mittlerweile achten Album “Lorenzo 1997 L’Albero” eindrucksvoll unter Beweis. Bisher konnte er dem Image des Italo-Rappers nicht entkommen. Doch mit seinem neuen Album wurde offenbar, dass er neue musikalische Wege ging. Jovanotti mischt auf “Lorenzo 1997 L’Albero” Hip Hop mit Elementen italienischer Volkslieder, Jazz, afrikanischen und australischen Rythmen. So überraschend der neue Musikstil war, so erfolgreich war er auch. Die erste Single “Questa e’la mia casa” war wochenlang in den Top 10 der italienischen Charts.

Im Ausland konnte er nie an seinen internationalen Erfolg mit “Serenata Rap” anknüpfen. Aufgrund seiner Live-Performance, bliebt er aber ein gefragter Konzert-Act. Von seiner Fähigkeit bei einem Konzert das Publikum mitzureißen kann man sich auf dem Album “Lorenzo Live / Autobigrafia di una festa” überzeugen.
1998 präsentiert er erstmals eigene Gemälde in einer Ausstellung und veröffentlichet mit “Il grande Boh!” sein drittes Buch. Die Gemälde kann man übrigens auf seiner Website soleluna.com besichtigen.

Ein Jahr später erscheint “Lorenzo 1999 Capo Horn“, das musikalisch an “L’Albero” anknüpft, sich aber auch neuen Rythmen öffnet.

So sehr sein Musikstil zwischen verschiedenen Einflüssen hin und herpendelt, so sehr unterschieden sich auch die Texte seiner Lieder. Von einfachen Spaß-Liedern wie “Go Jovanotti go”, über Liebeslieder wie “Serenata Rap” bis zu politischen und sozialen Statements wie in “Cuore”, das die Ermordung des Untersuchungsrichters Falcone durch die Mafia aufgreift. Er engagiert sich immer wieder in politischen und sozialen Projekten. So macht er zum Beispiel deutlich, dass er kein Freund Silvio Berlusconis (Medienmogul und Parteiführer der konservativ bis rechtsgerichteten Popolo della libertà) ist. Was angesichts des Einfluss Berlusconis auf die private und staatliche Medienlandschaft nicht ungefährlich ist.

Im Februar 2002 erscheint das Album “Il quinto mondo“. Mit der ersten Single “Salvami” greift er die aktuellen weltpolitischen Ereignisse auf. Er wendet sich eindeutig gegen den Irak-Krieg und Statements wie die der italienischen Journalistin Oriana Fallaci (Urgestein des Journalismus, bekannt für ihren investigativen und streitbaren Stil), die einen umstrittenen Artikel im Corriere della Serra veröffentlichte, in dem sie unter anderem die Auffassung vertritt, dass es sich bei den Anschlägen von moslemischen Extremisten um einen islamischen Kreuzzug handeln würde.
Das Album mischt Pop, Rock, Klassik, folkloristische Rythmen und Hip Hop. Auch seine familiäre Entwicklung wird widergespiegelt, auf “Canzone d’amore esagerata” hört man sein Kind singen.

2008 ist mit “Safari” sein mittlerweile vierzehntes Album erscheinen.



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