Mailand in den bewegten 1980er Jahren: Der aufmüpfige Gewerkschaftler Nello wird von der Leitung seiner Organisation zu einer Spezialaufgabe verdonnert: er soll sich um eine Gruppe von Ex-Psychiatrie-Patienten kümmern, die nach der Auflösung aller psychiatrischen Anstalten in Italien (das berühmte „Gesetz 180“) eine Kooperative gegründet haben. Dennoch stehen sie unter der Fuchtel eines Arztes, der sie mit Medikamenten ruhigstellt und sie stumpfsinnig Briefe frankieren lässt.
Quelle: www.cinema-italia.net
Ich war skeptisch, was diesen Film betrifft. Ich dachte es würde sich um eine italienische Klamotte im Stil der 70er handeln.
Meilenweit daneben!
Der Film karikiert anfangs ironisch die ideologischen Gräben der italienischen Linken und was einem passiert, wenn man nicht ins Weltbild einer konformistisch denkenden Linken paßt. Mann landet im Irrenhaus bzw. in dem was nach der Psychatrie für die Patienten folgt. Ob das eine Anspielung auf schlimmere Zeiten der Stalinzeit ist, wird nicht klar. Denn ab der Ankunft des Protagonisten Nellos in der Kooperative wird seine zupackende, pragmatische, herzliche Denkweise in den Vordergrund gestellt.
Si può fare – Wir schaffen das schon. Eine Art italienisches “Yes we can”, mit dem Nello aus Hilfsempfängern eigenständige, produktive Menschen macht, die trotz ihrer geistigen Defekte Schritte in ein eigenes, selbständiges Leben machen.
Der Film ist eine wunderschöne Erklärung an das Leben, an die Verrücktheit jedes einzelnen und an die eigene Schaffenskraft.
Selbst in der schlimmsten Szene des Films, in der sich einer der Zöglinge Nellos aus Liebeskummer das Leben nimmt, bekommt der Film die Kurve, bringt Regiesseur Giulio Manfredonia die Dinge auf positive Weise auf den Punkt.
Am Ende des Films gab es lautstarken Applaus und das, obwohl weder der Regiesseur noch ein Schauspieler zugegen waren. Einfach weil der Film so berührend und inspirierend ist.
Ich denke, dass “Si può fare” das italienische Filmfest “cinema! italia” gewinnen wird. Verdient hat er es.
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